Ratgeber

Welche Fliesen und Bodenplatten für Terrasse und Balkon?

Sommer, Sonne, Sonnenschein – was kann es Schöneres geben, als möglichst viel Zeit auf der Terrasse oder dem Balkon zu verbringen. Ob es sich um eine Holzterrasse oder eine geflieste oder mit Bodenplatten versehene Terrasse handelt, tut dem Freizeitspaß keinen Abbruch.

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Die Terrasse wird in der wärmeren Jahreszeit wahlweise zu Küche, Wohn-, Ess- oder sogar Schlafzimmer. Klar ist damit, dass die Terrasse immer in bestem Zustand sein muss. Die Fliesen dürfen also nicht wegen Frostschaden anfangen zu Bröckeln und eine Rutschbahn bei Regen erfreut noch nicht einmal kleine Kinder. Bei der Wahl und Verlegung von Fliesen und Platten auf Balkon oder Terrasse muss daher einiges beachtet werden. Wobei bei den Platten noch zwischen Natursteinplatten und Betonplatten zu unterscheiden ist.

Was wähle ich für Balkon und Terrasse?

Fliesen

Der Wechsel zwischen warm und kalt, trocken und feucht macht Fliesen im Außenbereich besonders zu schaffen. Auf jeden Fall sollten Terrassenfliesen daher frostfest sein. Hier empfiehlt sich insbesondere Feinsteinzeug, das wesentlich stabiler und frostfester als „normale“ Fliesen ist. Was Größe und Farbe der Fliesen anbetrifft, hat der Hausbesitzer jedoch freie Wahl. Großformatige Fliesen sind momentan allerdings eher im Trend als die kleinen Formate, die besonders in den 70-ern sehr beliebt waren. Bei der Farbe der Fliesen sollte man zu hellen Tönen greifen. Dunkle Fliesen heizen sich im Sommer sehr stark auf und Barfuss gehen wird darauf zur Qual. Der Verlegung der Fliesen ist im Außenbereich besondere Beachtung zu schenken. Bei der Wahl des Fliesenklebers sollte man unbedingt zu einem Dünnbettmörtel greifen, der die Bezeichnung „DIN 18165-M“ trägt. Auch die Fugenmasse muss für die Verwendung im Außenbereich geeignet sein. Zudem ist auf eine sorgfältige Abdichtung des Untergrunds mit Dichtschlämmen zu achten.

Als Untergrund für einen Fliesenbelag eignet sich ein ebener und fester Boden, wie ihn prinzipiell nur eine Betonterrasse bietet. Bei der Neuanlage einer gefliesten Terrasse werden somit umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Das fängt beim Ausschachten und Betonieren an und endet bei der Wartezeit, die vor dem Verfliesen eingeplant werden muss. Bis zu sechs Monate dauert es, bis der Beton nicht mehr schwindet und gefliest werden kann. Wird zu schnell verfliest, können die Fliesen reißen und die ganze Arbeit war umsonst. Durch Verwendung von Kunststoffdispersion im Kleber kann die Wartezeit auf ein bis zwei Monate verkürzt werden. Werden alle Vorgaben genau eingehalten, bekommt der Bauherr eine Terrasse, an der er lange seine Freude hat.

Wie eingangs erwähnt, müssen Fliesen im Außenbereich nicht nur frostfest, sondern auch rutschsicher sein. Sowohl Terrasse als auch Balkon werden dem Nassbereich zugeordnet. Dementsprechend sollte dies bei der Wahl der Fliesen berücksichtigt werden. Vorschriften darüber gibt es im Privatbereich zwar nicht, sondern sollte man sich daran orientieren, was im gewerblichen Bereich vorgeschrieben ist. Dort werden Fliesen hinsichtlich ihrer Rutschfestigkeit in verschiedene Bewertungsgruppen unterteilt. Das fängt bei R9 an und endet bei R13. Es wird empfohlen, für Terrassen und Balkone zu Fliesen zu greifen, die mindestens der Bewertungsgruppe R10 entsprechen. So geht man sicher, dass der Regen die Terrasse nicht in eine Rutschbahn verwandelt und man sich nicht auf den Hosenboden setzt. Das klingt lustig, aber Knochenbrüche und Prellungen sind alles andere als heiter.

Betonplatten

Betonplatten für Balkon oder Terrasse? Manch einer wird da schnell die Nase rümpfen, klingt das doch öde und langweilig. Das galt auch lange Jahre – heute hat die Betontechnologie enorme Fortschritte gemacht. Manch eine Betonplatte ist optisch kaum mehr etwa vom Original eines Holzbodenbelags zu unterscheiden und kommt zum Beispiel als rustikale Bahnschwelle oder marmorierter Naturstein daher. Da bleibt beim Terrassenbau viel Raum für die eigene Gestaltung. Zumal für die Verlegung nicht zwingend ein Betonuntergrund benötigt wird.

In der Regel reicht ein Kiesbett zur Verlegung aus. Wer eine alte Betonterrasse renovieren möchte, der kann die Platten aber auch auf sogenannte Stelzlager setzen. Doch zunächst einmal zur Verlegung im Kiesbett. Dieses Kiesbett sollte mindestens 25 cm stark sein, entsprechend muss der Boden ausgehoben werden. In die Ausschachtung kommen zwei Lagen Schotter bzw. Kies. Die erste Lage ist etwa 20 cm stark und beinhaltet die Korngrößen von 0 bis 63 mm. Darauf kommt eine zweite Lage Kies mit einer Körnung zwischen 3 und 7 mm. Diese sollte etwa 5 cm stark sein und muss planmäßig abgezogen werden, damit die Terrasse später eine ebene Fläche bildet. Die Platten werden dann entweder lose ins Kiesbett oder in ein Mörtelbett gelegt. Bei einer losen Verlegung gibt es meist keine feste Fuge. Das führt dazu, dass sich natürlich das Unkraut einen Weg nach oben bahnt.

Ist eine betonierte Terrasse vorhanden, können die Betonplatten auch auf einem Platten- bzw. Stelzlager verlegt werden. Diese Kunststoffteile wirken wie Abstandshalter – unter den Platten ist also ein Hohlraum, durch den das Regenwasser ablaufen kann. Bei der Verwendung von Plattenlagern ist es daher notwendig, dass der eventuell noch darunter befindliche Fliesenbelag absolut in Ordnung ist, dass also keine Feuchtigkeit in die Konstruktion eindringen kann. Lose Fliesen müssen daher entfernt und die Oberfläche muss mit Spachtelmasse geebnet werden. Zudem muss der Untergrund mit Bitumen- oder Gummibahnen abgedichtet werden.

Naturstein

Naturstein ist sicherlich der Ferrari unter den Terrassenbelägen. Natursteinplatten sind teuer und edel – dafür sind sie aber auch eine Investition fürs Leben. Sofern bei der Verlegung alles fachgerecht abgelaufen ist! Als Natursteine für die Terrasse eignen sich zum Beispiel Sandstein, Granit, Kalkstein, Travertin oder Quarzit. Durch entsprechende Oberflächenbehandlung können solche Beläge rutschsicher gemacht werden. Zudem kann ihnen Frost nichts anhaben. Bekommen die Platten dann auch noch eine Imprägnierung, sind sie außerdem einfach zu reinigen.

Sofern es keine Betonterrasse gibt, können Natursteinplatten ebenfalls im Kiesbett verlegt werden. Sicheren Halt bekommen die Platten durch eine 5 cm dicke Mörtelschicht, in die sie gelegt werden. Um Hohlräume und damit Frostschäden zu vermeiden, müssen die Natursteinplatten mit einem Gummihammer festgeklopft werden. Die Verfugung erfolgt entweder mit einem Sand-Trasszement-Gemisch oder einem 2-Komponenten-Epoxidharz. Letztere ist eine schnell härtende Fertig-Fugenmasse.

Was bruchraue Natursteinplatten betrifft, so verhindern diese zwar aus Ausrutschen bei Nässe, sorgen aber durch ihre Unebenheit dafür, dass die Stühle und Tische auf der Terrasse wackeln. Für Zuwege und Umrandung am Gartenpool bestens geeignet, sollte man für Balkon und Terrasse bruchraue Platten nicht verwenden.